Anläßlich des 60-jährigen Regierungsjubiläums des Kaisers wurde unter Mithilfe der Feuerwehr die „Kaiserjubiläums-Linde vor dem Kircheneingang am 26. April 1908 gesetzt[1].

 

Am 8. August 1920 wirkt die Feuerwehr beim Aufziehen der Glocken[2] auf dem Kirchenturm tatkräftig mit.

 

Als am 28. Mai 1973 die Maul- und Klauenseuche in Ameis auftrat, kam auch die Feuerwehr dabei zum Einsatz und zwar versahen die Feuerwehrkameraden Dienst bei den „Seuchenteppichen“ (ein Gemisch aus Sägespänen, getränkt mit einem Bakterien abtötenden Mittel), welche bei den Ortseinfahrten ausgelegt waren. Mit den Fahrzeugen mußte über diese Teppiche gefahren werden und die Insassen mußten aussteigen und ebenfalls darüber gehen. Im Schichtdienst wurde dies von den Feuerwehrkameraden überwacht.

 

Im Rahmen eines Erste Hilfe Kurses wurde am 25.05.1973 vom damaligen Gemeindearzt und Ehrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehr Ameis - Dr. Eckl, eine Blutspendeaktionen für das Krankenhaus Mistelbach initiiert, welche von der Freiwilligen Feuerwehr Ameis in den Folgejahren bis 1981 fortgeführt wurde.

 

Bis zum Jahr  1974 besorgte die Feuerwehr auch den Leichentransport, vom Haus des/der Verstorbenen in die Kirche und von dort in den Friedhof. Frau Maria GAHR, Ameis 86 war die letzte Verstorbene, welche von der Feuerwehr am 31.03.1974[3] zu Grabe getragen worden ist.

 

Wasserversorgung während der Trockenperioden im Sommer

Die Wasserversorgung stellte bis zur Installierung der Ortswasserleitung im Jahr 1967 und der gleichzeitigen Einrichtung eines Hydrantennetzes nicht nur die Feuerwehr im Brandfall vor Probleme, sondern auch die Bevölkerung. Während der Sommermonate kam es bis dahin immer wieder zu Engpässen bei der Wasserversorgung. Viele Brunnen hatten kein Wasser und so mußte die Feuerwehr von gut mit Wasser versorgten Brunnen Wasser in die ausgetrockneten pumpen.

 

Einmal jährlich werden alle Hydranten durch die Feuerwehr auf ihre Funktion hin überprüft und Mängel werden zu deren Behebung an die Gemeindeverwaltung gemeldet.

 

Brandsicherheitswache „Brandverhütung vor Brandbekämpfung“

Bedingt dadurch, dass die Häuser aus leicht entflammbarem Material gebaut waren, vor allem die Dachdeckung bestand vorwiegend aus Stroh, war unbeaufsichtigtes Herdfeuer oder fahrlässig auf den Misthaufen geschüttete heiße Asche, Ursache für kleinere und größere Brände. Konnte man diese rechtzeitig entdecken, so war das Feuer noch löschbar.

 

Vor allem bei Veranstaltungen wie: Christmette am Hl Abend[4], Kirtag, Kaiserkirtag[5], Feuerwehrball u.a. war das Herdfeuer unbeaufsichtigt und die Feuerwehrkameraden besorgten da in Form eines Patrouillenganges durch den Ort eine Brandsicherheitswache.

 



[1]    Quelle – Pfarrchronik Ameis

[2]    Quelle – Pfarrchronik Ameis

[3]    Aufzeichnung des Johann Steyrer, Ameis 178 (KdtStv. von 1973-1976) ab diesem Zeitpunkt übernahm diese Aufgabe das Bestattungsunternehmen A. Öfferl, Wultendorf 33.

[4]    am 24.12.1929 brannte in Ameis zum ersten Mal elektrisches Licht, wurde im Protokollbuch vermerkt

[5]    Dieser Begriff wird im Protokollbuch mehrmals erwähnt und angeführt.  Der Kaiserkirtag hat nichts mit dem am 18.8. in der ganzen Monarchie gefeierten Kaisergeburtstag zu tun. Joseph II (hob sehr viele Klöster auf) führte anstatt der Kirchweihfeste den Kaiserkirtag ein. Für diesen Sammelkirtag war der 3. Sonntag im Oktober bestimmt worden. Die Idee den Kaisergeburtstag (18.8.1830) zu feiern kam nicht vom Kaiserhaus, sondern von einem rührigen Wr. Gemeinderat namens Nikola.